Schule Auzelg

Unsere Schule - Das Projekt Schule Auzelg auf Facebook

Das Präventionsprojekt der Schule Auzelg zu Cyber-Mobbing – Das Konzept, die Ziele und erste Erfahrungsauswertungen

Ausgangslage:
In den letzten Jahren sind viele SchülerInnen der Schule Auzelg auf Facebook mit einem eigenen Profil aktiv geworden. Obwohl Facebook (nachfolgend FB) dabei offiziell ab dreizehn Jahren benutzt werden darf, sind darunter viele Mittelstufen- und auch einige Unterstufen-Kinder zu finden.
In einigen Fällen gab es auf FB schriftliche Provokationen und Beleidigungen gegen andere SchülerInnen. Diese ernsthaften Konflikte der Kinder im Internet wurden teils im direkten Kontakt in der Schule erkannt und thematisiert. Die Umgangsformen und Konflikte unserer SchülerInnen auf dem Internet sind den Lehrpersonen unbekannt und unverständlich geblieben. Der Schule Auzelg wurde dadurch bewusst, dass sie sich auf diese Entwicklungen und die neuen Herausforderungen einstellen muss. Dabei tragen die neuen Medien (wie z.B. SmartPhones und Computer) durch Social Networks und andere moderne Kommunikations-Programme das Risiko, zwischenmenschliche Konflikte sehr schnell zu verbreiten und zu verstärken. Vor allem Social Networking (u.a. FB) bietet viele positive Möglichkeiten in der Interaktion, jedoch auch viele Gefahren für Kinder und Jugendliche (z.B. Datensicherheit, öffentliche Angriffsfläche, Umgang mit Selbstkonzept, Cyber-Mobbing* und -Bullying). Alle MST-Klassen haben im Jahr 2011 zwar bereits einen Workshop der Stadt Zürich zu „Gefahren im Internet“ besucht. Um jedoch nachhaltig, gezielter und direkter diese Themen mit den SchülerInnen der Schule Auzelg zu bearbeiten, wurde dieses Präventionsprojekt erarbeitet.
* Der Begriff Cyber-Mobbing ist heutzutage geläufig und beschreibt verschiedene Formen der systematischen Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel über das Internet, in Chatrooms, in sozialen Netzwerken und/oder auch mittels Mobiltelefonen.

Das Konzept des Projektes:

Das Projekt ist als Teilbereich der schulischen Gewaltprävention der Schule Auzelg erarbeitet worden und umfasst daher die Prävention, Information sowie gewisse Interventionen auf den folgenden Ebenen:
- aktuelle und ehemalige Schülerinnen und Schüler des Quartiers Auzelg
- Lehr-, Betreuungs- und Fachpersonen der Schule Auzelg
- Eltern des Quartiers Auzelg
Das Konzept wurde von der Kontaktlehrperson Gewaltprävention (Stephan Schuhmacher) in Absprache mit der Schulleitung (Domenica Frigg & Claudio Tamò) und der Schulsozialarbeiterin der Schule Auzelg (Caroline Regli) erarbeitet. Sowohl der Präsident der Kreisschulpflege von Schwamendingen (Res Rickli) als auch die Experten der Fachstelle für Gewaltprävention in der Stadt Zürich (Urs Allemann & Roland Zurkirchen) stimmten der innovativen Projektidee zu.

Die Ziele des Projektes:

Prävention:
- Die Schule Auzelg zeigt Präsenz auf FB.
- Die Schule Auzelg kann Konflikte, die sich (u.a.) auf FB entwickeln, schneller und spezifischer wahrnehmen und adäquat reagieren.
- Die Schule Auzelg kann den Kindern als Lehrperson/persönlicher Kontakt einen positiven Umgang auf FB zeigen.
- Die Schule Auzelg kann den Klassen der Mittelstufe aufzeigen, welche Risiken das Internet und Social Networks haben können.
- Die Schule Auzelg kann Umgangsformen, Regeln und Sicherheitseinstellungen direkt mit einzelnen Kindern oder ganzen Klassen thematisieren und die Kinder dadurch sensibilisieren.
- Die Schule Auzelg kann mit den Eltern das Thema „Internetnutzung und Social Networks: Risiken und Möglichkeiten“ besprechen.

Information:
- Die Schule Auzelg kann Fragen/Probleme zur Sicherheit und Privatsphäre auf FB ansprechen und über Änderungen der Sicherheits-Einstellungen gezielt informieren.
- Die Schule Auzelg kann den Lehr- und Betreuungspersonen, den Eltern und den Kindern aktuelle Informationen und Hilfestellungen zu den Einstellungen geben.
- Die Schule Auzelg kann die Eltern über die Sicherheit auf FB und die Gefahr von Cyber-Mobbing informieren.

Interventionen:
- Die Schule Auzelg kann bei Konflikten und Vorfällen, die sich auf FB entwickeln, wenn nötig gezielt intervenieren.
Als Interventionsformen wurden folgende Möglichkeiten vorbesprochen:
1) Auffälligkeiten von einzelnen Kindern können genau beschrieben und den betroffenen Lehrpersonen gemeldet werden, damit diese die Konflikte mit den Kindern möglichst unmittelbar und direkt besprechen und lösen können. Schwerwiegende Vorfälle können weiter an die Schulleitung und/oder die SSA geleitet werden.
2) Die KLP Gewaltprävention kann auf FB durch Chat-Nachrichten, persönliche Messages oder Kommentare direkt mit betroffenen Kindern Kontakt aufnehmen und schriftlich intervenieren.

Beispiele bisheriger erfolgreicher Präventions- und Interventionsformen:

Das Profil auf FB betreffend:
1) Das Profil der Schule Auzelg auf FB hat aktuell bereits über 180 Freunde, alles Kinder und Jugendliche aus dem Quartier Auzelg. Für die Übersicht wurden alle Personen eingeteilt in Gruppen nach Schulabschluss-Jahrgängen. Auch einige wenige Eltern und Lehrpersonen befinden sich darunter.
2) Einzelne Konflikte/Vorfälle zwischen SchülerInnen, die mir in der Schule und/oder auf FB aufgefallen sind, habe ich mit den Betroffenen diskret besprechen und lösen können, durch Nachrichten auf FB und/oder direkte Gespräche in der Schule. Die betroffenen Lehrpersonen wurden jeweils darüber informiert.
3) Wichtige Informationen über Neuerungen/Abänderungen von den Sicherheits-Einstellungen auf FB konnten an alle weitergeben werden.
4) Viele Kinder nehmen immer wieder freiwillig Kontakt mit dem Profil auf, um sich im Chat zu unterhalten oder über ein Thema zu sprechen.

Die Schule betreffend:
1) Im Elterntreff der Schule und des Elternforums Auzelg (24.01.2012) konnte unser Präventionsprojekt allen interessierten Eltern vorgestellt werden. Danach wurden die Gefahren und die Möglichkeiten des Internets und von Facebook ausgiebig erarbeitet und diskutiert.
2) Aktuelle Informationen und Hilfestellungen für die Sicherheitseinstellungen im Internet und auf FB wurden erarbeitet und in schriftlichen Dokumenten zusammengefasst. Diese wurden den Eltern und den Lehrpersonen erklärt und bereitgestellt, damit diese je nach Bedarf einzelnen Kindern oder der ganzen Klasse die nötige Unterstützungen anbieten können.
3) In drei Klassen der Mittelstufe unterrichtete ich je 2 Lektionen zum Thema „Internet und Social Network“. Dabei wurden die verschiedenen Erfahrungen der Kinder gesammelt und die Gefahren und die Regeln im Internet gemeinsam erarbeitet.
4) Das Konzept und Beispiele des Projektes der Schule Auzelg konnten im Wahlmodul „Mobbing: Prävention und Interventionen“ an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HFH) interessierten StudentInnen präsentiert werden.


Ausblick über die weiteren Schritte und Ideen des Projektes:

o Die Vernetzung und der Austausch mit anderen Schulen und/oder Angeboten werden angestrebt und intensiviert. Dabei soll das Konzept des Präventionsprojektes anderen Schulen vorgestellt werden.
o Ein elektronischer Briefkasten auf FB wird für die SchülerInnen eingerichtet.
o Umgangs- und Interaktionsformen auf FB werden (regelmässig) in den Klassenräten der Mittelstufe besprochen.
o Das Projekt und das FB-Profil der Schule Auzelg können personell geöffnet und daher auch personenunabhängig werden.
o Die Schule Auzelg wird eventuell mit einem Maskottchen auf FB vertreten.
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Für die Schule Auzelg,

St. Schuhmacher (KontaktLP Gewaltprävention)


http://www.facebook.com/schule.auzelg